Im Bereich der Tic-Störungen (F95.1-95.9) sind Störungsbilder beschrieben, die plötzliche und umschriebene Bewegungen ohne zugrunde liegende neurologische Erkrankung darstellen und vor allem bei emotionaler Belastung verstärkt als Muskelzuckungen oder Lautäußerungen auftreten.

Häufigkeit: 5 – 15 % aller Kinder entwickeln irgendwann Tics. Jungen sind 3 – 4x häufiger betroffen als Mädchen.

Ursache / Ätiologie: Ursachen sind multifaktoriell; familiäre Häufung

Symptome:
•    kurze vorübergehende Formen (maximal 12 Monate Dauer)
•    chronisch-multiple Formen  (ab Dauer von einem Jahr)
•    und das Gilles-de-la-Tourette-Syndrom (kombinierte motorische und vokale Tics)

motorische Tics:

einfach: Blinzeln, Hals- und Schulterzucken, Gesichtszucken
komplex: Berühren von Gegenständen, Hüpfen, Aufstampfen

vokale Tics:

einfach: Räuspern, Husten, Schnüffeln, Grunzen
komplex: Wörter oder ganze Sätze

Gilles-de-la-Tourette-Syndrom:

Automatismen des Gesichts (Schnaufen, Ausspucken, Grimassieren) und vokale Tics wie Echolalie (Echophrasie = zwanghaftes Nachsprechen), Palilalie (Wort-, Satzwiederholun-gen), Koprolalie (Obszönitäten, Fäkalworte)

Therapie:
•    Einbeziehen der Familie in die Therapie (Klärung familiärer Probleme)
•    stützende und entlastende psychotherapeutische Begleitung
•    Erkennen von Belastungssituationen,
•    Erarbeiten von Bewältigungsstrategien (Entspannungstechniken)
•    medikamentöse Behandlung bei schweren Tic-Formen (Neuroleptika, Antidepressiva