Die Gesetzeslage hinsichtlich der Erlaubnis für eine homöopathische Behandlung im Bereich der Psychotherapie eingeschränkt für Heilpraktiker Psychotherapie war jahrelang unklar, da keine eindeutigen rechtlichen Vorgaben existierten. Von den Gesundheitsämtern waren entsprechend unterschiedliche Aussagen zu erhalten.

Seitdem die Behandlung psychischer Störungsbilder mit homöopathischen Mitteln durch Heilpraktiker Psychotherapie entsprechend eines Beschlusses des Hessischen Sozialministeriums (AZ: V1-18b 2500 vom 22. Februar 2012) gesetzlich für Hessen erlaubt ist, schließen sich immer mehr Bundesländer z.B. Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz in Deutschland dieser Regelung an.

Kritik von bestimmten Fachkreisen an der  Regelung homöopathische Behandlung im Bereich der Psychotherapie

Nach wie vor gibt es Auffassungen verschiedener Behandler, dass dies aus fachlicher (homöopathischer) Sicht fragwürdig sei. Es wird argumentiert, dass die homöopathische Behandlung immer nur durch eine klassische = ganzheitlichen Anwendung zu akzeptieren ist. Entsprechend sollte eine umfassende Ausbildung in klassischer Homöopathie zwingende Voraussetzung auch bei der eingeschränkten Behandlung akuter psychogener Störungsbilder wie z.B. Trauerreaktionen, Versagensängste, Prüfungsängste, psychogen bedingter Schlafstörungen sein.

Wie sieht die Realität der Anwendung homöopathischer Arzneimittel aktuell aus?

  • Homöopathische Arzneimittel sind frei verkäuflich; d.h. nicht verschreibungspflichtig.
  • Viele Ärzte und Heilpraktiker verordnen ihren Patienten speziell bei akuten Störungsbildern wie z.B. Fieber, Infektionskrankheiten, psychische Störungen etc. homöopathische Einzel- sowie Komplexmittel, ohne eine entsprechende umfassende Ausbildung in klassischer Homöopathie zu haben.
  • Apotheken empfehlen Komplexmittel (mehrere Wirkstoffe kombiniert) namhafter Hersteller homöopathischer Arzneimittel (z.B. WALA, Weleda, Pekana, Infirmarius, Heel) ohne umfassende Anamnese für die Selbstanwendung durch den Patienten unter anderem bei psychischen Störungen wie Schlafstörungen und nervöser Unruhe.
  • Homöopathisch ausgebildete Ärzte und Heilpraktiker schreiben Bücher zur Selbstmedikation, auch bei psychischen Störungsbildern. Der medizinische Laie muss hier aufgrund eigener Einschätzung ohne jegliche homöopathische Vorbildung selbst entscheiden.

2 Beispiele betreffend Selbsthilfebücher von homöopathisch tätigen Ärzten und Heilpraktikern:

  • Dr. med. Markus Wiesenauer
    Homöopathie für die Seele
    ISBN-13: 978-3833802140
  • Selma Grönbeck, Heilpraktikerin und klassische Homöopathin
    Mit Homöopathie die Seele heilen: Wie Ihnen natürliche Arzneien helfen
    ISBN-13: 978-3830421191

Angesichts dieser langjährigen Praxis ist es verwunderlich, dass von manchen Kritikern die begrenzte Anwendung der Homöopathie durch Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie als bedenklich gesehen wird.

Grundsätzlich ist es im Rahmen der Sorgfaltspflicht wichtig, dass Therapeuten immer auch eine entsprechende Aus- und Weiterbildung nachweisen – somit auch betreffend die homöopathische Behandlung akuter psychischer Störungen. Es sollte sichergestellt sein, dass Behandler ihr Wissen durch eine spezielle Aus- bzw. Weiterbildung mit therapeutischem Praxisbezug erhalten und nicht nur aus  dem Internet beziehen.

Die Weiterbildung Homöopathie für Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie als Instrument der Qualitätssicherung

Um zu erreichen, dass auch die Berufsgruppe der Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie aufgrund der gegebenen Gesetzeslage Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von homöopathischen Mitteln bei akuten psychogenen Störungsbildern qualifiziert erlernen kann, bietet Fr. Dr. med. Gabriele Tille im Rhein-Main-Gebiet jährlich diese spezielle Weiterbildung an.

Damit soll erreicht werden, dass die psychotherapeutische Tätigkeit mit Homöopathie in optimaler Weise unterstützt werden kann.

Die Weiterbildung Homöopathie im Bereich der Psychotherapie basiert auf folgenden Grundsätzen:

  • Aklärung,  bei welchen akuten seelischen Störungen der Einsatz von Homöopathie durch den Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie sinnvoll und möglich ist
  • Erhebung einer homöopathischen Anamnese für das akute seelische Störungsbild, Fallanalyse und Repertorisation
  • Medikation nur in der C12- und C 30-Potenz, begrenzte auf eine Zeitdauer von wenigen Wochen
  • Engmaschige Betreuung des Patienten während der homöopathischen Behandlung
  • Absicherung der Therapie durch Einbindung des Patienten in Haus- und fachärztliche Betreuung
  • Angebot der Einzel- und Gruppensupervision

Weitere Informationen zu den Kursterminen, dem Teilnahmepreis unter Weiterbildung Homöopathie für Heilpraktiker Psychotherapie