Die Kosten für die Psychotherapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen gemäß dem Psychotherapeutengesetz

von 1999 übernommen, wenn die Psychotherapie von einem approbierten Facharzt für Psychotherapie oder psychologischen Psychotherapeuten mit Kassensitz durchgeführt wird.

Bei Behandlungen durch einen Heilpraktiker eingeschränkt für Psychotherapie besteht bei den gesetzlichen Krankenkassen keine Übernahmepflicht der Therapiekosten.

Ein Sonderfall kann gegeben sein, wenn der Patient nachweisen kann, dass ein regional zumutbarer Therapieplatz bei einem kassenzugelassenen Psychotherapeuten innerhalb einer zumutbaren Zeit nicht gefunden werden kann.

Die gesetzlich geregelte Wartezeit beträgt 3 Monate, aber viele Krankenkassen sind auch in diesen Fällen ablehnend; d.h., der Patient muss rechtliche Schritte gegen seine Krankenkasse einleiten, wenn eine Kostenübernahme durch den HP-PT in Erwägung gezogen werden soll.

Abrechnung mit privaten Krankenkassen

Private Krankenkassen und Beihilfestellen übernehmen  die Therapiekosten, die ein Heilpraktiker für Psychotherapie in Rechnung stellt, wenn dieser als Behandler im Versicherungsvertrag akzeptiert ist. Diese Regelung wird allerdings immer restriktiver gehandhabt, d.h. nur der „große“ Heilpraktiker wird als Behandler akzeptiert.

Manche private Krankenkassen übernehmen (betreffend den HP-Psych – auch wenn kein Rechtsanspruch besteht) in Einzelfällen auf Anfrage Therapiekosten, wenn dies zur Überbrückung der Wartezeit erforderlich ist, bis ein kassenzugelassener Therapeut gefunden ist.

Grundlegend für die Kostenerstattung sind immer die Statuten der jeweiligen Versicherung. Ist Kostenerstattung für HP-PT vorgesehen, kommt es immer noch auf den einzelnen Versicherungsvertrag und den Umgang der Kasse speziell mit dem Einzelfall an. Manche privaten Kassen verlangen den Nachweis von psychotherapeutischen Qualifikationen, i.d.R. in einer wissenschaftlich anerkannten Methode, z.B. Verhaltenstherapie und erstatten die Behandlungskosten (wenn überhaupt) oft auch nur im Rahmen der Gebührenordnung (siehe unten).

Je mehr Ausbildung der HP-Psych. im psychotherapeutischen Bereich nachweisen kann (auch im Bereich der sog. humanistischen Psychotherapieverfahren), desto eher wird eine Kostenübernahme möglich sein, da die Krankenkasse manchmal im Einzelfall die angewandte Methode benannt sowie die praktischen therapeutischen Kompetenzen des Behandlers (Ausbildungsnachweise) von diesem dargelegt haben möchte.

Für die Patienten ist es (speziell während einer psychischen Belastung) schwierig, die Auslegung der Rechtslage nachzuvollziehen und begrifflich zwischen einem Heilpraktiker, einem Heilpraktiker für Psychotherapie, einem Psychologen, einem psychologischen Psychotherapeuten und einem medizinischen Psychotherapeuten sowie den ganzen Einzelregelungen zu unterscheiden.

So ist es hilfreich, im Beisein des Patienten mit der Krankenkasse allgemein die Möglichkeit der Kostenübernahme telefonisch zu eruieren. Der Patient sollte dazu seine KV-Nummer mitteilen, der Therapeut auf die Telefonnummer der privaten Versicherungen zurückgreifen können. Zugleich sollte zu Behandlungsbeginn darauf hingewiesen werden, dass die Regelung der Kostenübernahme in der Verantwortung des Patienten steht und der Zustimmung durch die private Krankenkasse bedarf.

Die Gebührenordnung für Heilpraktiker ist nicht in irgendeiner Form zwischen Berufsgruppen und Leistungsträgern (Kassenärztliche Vereinigung) verhandelt worden. Sie benennt lediglich – in Anlehnung an die Gebührenordnung für Ärzte – die jeweiligen Leistungen, um gegenüber den Patienten eine Transparenz zu schaffen. Unter der Ziffer 19 werden die psychotherapeutischen Behandlungen ausgeführt.

Mögliche Ziffern aus der Gebührenordnung (GebueH) für die Abrechnung mit Krankenkassen durch Heilpraktiker für Psychotherapie

19.1    Psychotherapie von halbstündiger Dauer                           15,50 bis max. 26,00 Euro
19.2    Psychotherapie von 50-90 Minuten Dauer                          26,00 bis max. 46,00 Euro
19.3    Ausstellung eines psychodiagnostischen Befundes           15,50 bis  max. 38,50 Euro
19.5    Psychologische Exploration mit eingehender Beratung      15,50  bis max. 26,00 Euro
19.8    Behandlung einer Einzelperson durch Hypnose                 15,50 bis max. 26,00 Euro
20.1    Atemtherapeutische Behandlungsverfahren                       13,00 bis max. 31,00 €uro)

Die Honorarsätze der Gebührenordnung für Heilpraktiker entstammen Erhebungen aus den 80-er Jahren und zeigen durchschnittliche minimale und maximale Honorare seinerzeit tätiger Heilpraktiker. Der Gebührenordnung für Heilpraktiker geht der primär bestimmende Satz voraus, dass die Honorare zwischen Patient und Therapeut frei zu vereinbaren sind.

Wenn bei entsprechender Versicherungspolice die Übernahme der Therapiekosten durch einen Heilpraktiker Psychotherapie von der privaten Krankenkasse akzeptiert wird, dann häufig nur bis zu einer gewissen Anzahl von Therapiestunden (meist 20 Stunden pro Jahr) und zu den obengenannten Sätzen der Gebührenordnung für Heilpraktiker.

Vor Behandlungsbeginn sollte dies vom Versicherungsnehmer (Patienten) durch einen Antrag auf Kostenübernahme ausdrücklich von der privaten Krankenkasse bestätigt werden.

Wenn die Therapiestunde über den Sätzen der Gebührenordnung liegt = üblich sind 70 – 90 € pro Stunde (wer möchte noch zu den Sätzen aus den 80-er Jahren abrechnen) muss mit dem Patienten die Zuzahlung schriftlich vereinbaren.

Weiterbildungstipp für Heilpraktiker Psychotherapie: In unserem jährlich stattfindenden Basiskurs Psychotherapie wird das Thema Abrechnung mit Krankenkassen durch Heilpraktiker für Psychotherapie umfassend behandelt.