Der Begriff endogene Psychose bezeichnet nicht organisch begründbare Psychosen wie z.B. Manie, Depression, bi-polare

manisch-depressive Verläufe, Wahnerkrankungen, Schizophrenie sowie schizioaffektive Mischzustände. Da die Ursachen bis heute nicht erkannt wurden, vermutet ma eine mulitfaktorielle Genese mit genetischen, biologischen sowie psychosozialen Ursachen.

Als endogene Psychosen werden traditionell diejenigen Psychosen bezeichnet, bei denen eine Gehirnerkrankung (Neurotransmitterdisbalance) angenommen wird, die aber bisher noch nicht nachgewiesen ist.

Die einzelnen Beschwerdbilder können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Im Vordergrund der Symptomatik stehen hier Störungen des Denkens, der Affektivität sowie Sinnestäuschungen. Häufig kommt es zu Wahn und Halluzinationen.

Unterschieden werden
•    Schizophrenie
•    affektive Psychosen (Depression, Manie)
•    schizoaffektive Psychose als Mischform
•    eigenständige Wahnerkrankung.

Psychosen sind starke psychische Störungen des Denkens, Fühlens, Wahrnehmens, Ich-Erlebens, Verhaltens mit Realitätsverlust. Entsprechend der klassischen Einteilung in endogene und exogene Psychosen, sind endogene Psychosen unklar selbstinduzierte, evtl. biologisch oder genetisch bedingte Störungen. Exogene Psychosen haben rein äußere, körperliche Ursachen, wie z.B. organische oder hirnorganische Erkrankungen oder Schädigungen.

Bei endogenen Psychosen können inhaltliche und formale Denkstörungen auftreten. Ideenflucht, Zerfahrenheit, oder Denkhemmung zählen zu den formalen Denkstörungen. Bei der Ideenflucht handelt es sich um ein „zu viel Denken“. Der Gedankengang ist übermäßig einfallsreich und das Denken verliert durch die ständig dazwischenkommenden Assoziationen das Ziel. Bei der Zerfahrenheit handelt es sich um „bizarres Denken“, Das Denken ist sprunghaft ohne roten Faden. Bei der Denkhemmung handelt es sich um ein „zu wenig Denken“. Das Denken erfolgt wie gegen einen starken inneren Widerstand. Die verschiedenen Wahnformen sind inhaltliche Denkstörungen. Es kann sich bei endogenen Psychosen beispielsweise um Beziehungs-, Verfolgungswahn oder religiösen Wahn, etc. handeln. Wahn zeichnet sich durch unkorrigierbares Überzeugtsein von bizarren Denkinhalten die von der Umgebung nicht nachvollzogen werden können.

Typische Ich-Störungen bei endogenen Psychosen sind Gedankeneinebung, -entzug, – ausbreitung, Fremdbeeinflussungserlebnisse, Depersonalisation, Derealisation, etc.

Halluzinationen sind Wahrnehmungserlebnisse ohne Außenreize, die für tatsächliche Sinnesreize gehalten werden. Sie gehören zu den Wahrnehmungsstörungen, die häufig bei endogenen Psychosen auftreten.

Bei Phasisch verlaufenden affektiven Psychosen treten Symptome von Psychosen und affektiven Störungen auf. Für diese Form der Psychosen sind Remissionen typische. Nach aktuen psychotischen Phasen kommt es zu symptomarmen oder weitgehend symptomfreien Residualphasen. Dies wird meist durch die Gabe von Psychopharmaka erreicht. In diesen Phasen sind psychotherapeutische Maßnahmen zur Unterstützung hilfreich. Die erkrankte Person erhält dabei beispielsweise Informationen über die Erkrankung und lernt Wege kennen, damit umzugehen.