Ein besonderes Merkmal dieser Therapieform nach Carl Rogers liegt in dem starken Gewicht,

das der Eigenleistung des Patienten im Prozess der Einsichtsgewinnung zugemessen wird, also etwa der Achtung der Individualität sowie der subjektiven Urteile und des bedingungsfreien Akzeptierens dieser Individualität.

Im Mittelpunkt steht der Inkongruenzbegriff, d. h. die Unvereinbarkeit zwischen dem ganz-heitlichen, ursprünglichen Erleben einerseits und Selbstkonzept  (Selbstbild, Selbstideal) auf der anderen Seite.

Die neurotische Störung wird als Ausdruck eines Konfliktes zwischen dem ursprünglichen, wahren Selbst und dem durch eine spezifische Sozialisation entfremdeten Selbstkonzept verstanden.

Inkongruenzen führen zu Wahrnehmungsblockaden, um das bedrohte Selbstbild zu schützen. Die Blockaden können sich konflikthaft zuspitzen und Symptome verursachen.

Interventionsschritte:

•    Kongruenz, Echtheit: Der Behandler sollte sich geben, wie er ist und im Gespräch auftauchende Gefühle nicht unterdrücken, verbergen

•    Wertschätzung, Wärme: Akzeptanz des Klienten, so wie er ist (ohne Erwartungen)

•    Empathie:  einfühlendes Verständnis

•    Verbalisieren: Wiederholung der vom Patienten gemeinten Gesprächsinhalte, um dem Patienten seine Problematik widerzuspiegeln

•    Förderung der Introspektionsfähigkeit: Patient soll lernen, seine eigenen Gefühle besser wahrzunehmen

•    Non-direktiver Gesprächsstil: kein Lob, kein Tadel, keine Ratschläge/Vorschläge, Themenwahl liegt beim Patienten

•    Konfrontieren: den Klienten auf Widersprüche aufmerksam machen ohne kritisieren