Laut dem Instanzenmodell nach S. Freud stehen die Normen des Über-Ichs gegen die Regungen aus dem „ES“ (Triebe).

Die Abwehr ist das Konstrukt eines Schutzmechanismusses des „Ich“ gegen vom „Über-Ich“ nicht gebilligten Triebregungen. In der Literatur findet man verschiedene Darstellungen der einzelnen Abwehrmechanismen.

Jeder Mensch nutzt Abwehrmechnismen, um Konflikte zu lösen. Wird die Abwehr/Verdrängung jedoch zu umfassend, kann eine neurotische Entwicklung beginnen.

Beispiele von Abwehrformen:

Verdrängung: Affektbesetzte Konflikte werden dem Bewusstsein ferngehalten, gegen die Bewusstwerdung werden Widerstände aufgebaut.

Idealisierung:  Das Gegenüber wird in gut und böse gespalten und in Folge entweder nur die guten (Idealisierung) oder nur die bösen Anteile (Entwertung) wahrgenommen.

Intellektualisieren: Emotional bedeutsame Impulse werden durch theoretisches Analysieren ihres gefühlsmäßigen Anteils beraubt.

Isolierung: Schwer erträgliche Regungen und Erlebnisse werden von den Affek-ten getrennt und sind nur noch rational zugänglich.

Konversion: Umwandlung eines psychischen Konfliktes in ein körperliches Symptom mit Symbolgehalt.

Projektion: Ein (intrapsychisch) verbotenes Bedürfnis wird auf Personen der Umgebung projiziert.

Rationalisierung: eine verbotene Triebbefriedigung wird mit scheinlogischen Argumenten begründet.

Reaktionsbildung: Entwicklung von Verhaltensweisen und Interessen, die einem ver-drängten Triebwunsch entgegengesetzt sind.

Regression: Rückkehr zu früheren Phasen der Bedürfnisbefriedigung, wenn andere Abwehrmechanismen nicht mehr ausreichen.

Sublimierung: Aus einfachen Formen der Triebbefriedigung werden „höhere“, sozial akzeptierte Formen gebildet.

Ungeschehenmachen: Es wird versucht, verbotene aber bereits geschehene Triebhandlungen ungeschehen zu machen.

Verkehrung (Wendung) ins Gegenteil: Unerlaubte Gefühle (Aggression) werden in ihr Gegenteil (Fürsorge) verkehrt. In der Konsequenz siehe Reaktionsbildung. 

Verleugnung: Nicht angemessene Vorgänge oder Konflikte werden nicht wahrgenommen.

Verschiebung einer Bedeutung von einem Objekt auf ein anderes; Impulse werden an leichter erreichbaren Ersatzobjekten ausagiert.

Wendung der Aggression gegen das Selbst: Aggressive Triebimpulse, die gegen jemanden gerichtet sind, werden autoaggressiv gegen die eigene Person gerichtet.