Als Anpassungsstörungen werden psychische Auffälligkeiten in vielfältiger Ausprägung ( Angst, Depression, Rückzug,

Schlafstörungen, Aggressivität etc.) verstanden, die auf Grund gravierender Lebensveränderungen entstanden sind.

Eine Anpassungsstörung ist nach der Definition des ICD-10 ein „subjektives Leiden und eine emotionale Beeinträchtigung mit Einschränkung der sozialen Funktionen und Leistungen nach entscheidenden Lebensveränderungen oder belastenden Ereignissen (z.B. Todesfall, Trennung).“

Die Störung beginnt meistens innerhalb eines Monats nach dem belastenden Ereignis und hält selten länger als 6 Monate an.

Besonders gefährdet durch eine Anpassungsstörung sind Menschen, die eine besondere Verletzbarkeit besitzen (geringes Selbstbewusstsein, leichte Abhängigkeit). Die Symptome (Krankheitszeichen) sind unterschiedlich und betreffen vor allem die Stimmung; es dominieren depressive Reaktionen, Angst oder Furcht (vor konkreten Belastungen oder Folgen), allgemeine Besorgnis und Befürchtungen sowie das Gefühl, unmöglich zurechtzukommen, vorauszuplanen oder in der gegenwärtigen Situation so fortfahren zu können wie früher („nichts ist mehr wie es war“).

Zuweilen drohen auch dramatische Verhaltensweisen, z. B. ernstere Reizbarkeit bis hin zur Aggressivität oder gar Gewaltausbrüchen (aggressive Durchbrüche). Besonders bei Jugendlichen kann sich eine Anpassungsstörung in Form gestörten Sozialverhaltens bemerkbar ma-chen, also rücksichtsloses oder gar dissoziales (asoziales) Verhalten. Aber auch sozialer Rückzug, ja eine regelrechte Isolationsneigung sind möglich.

Bei Anpassungsstörungen können Selbstmordgedanken entstehen.

Zur Unterteilung der Anpassungsstörung

•    die kurze depressive Reaktion, vorübergehend (ca. 1 Monat) leicht depressiver Zustand
•    die längere depressive Reaktion, ein leichter depressiver Zustand als Reaktion auf eine länger andauernde
Belastungssituation, die aber zwei Jahre nicht überschreitet
•    das Krankheitsbild Angst und depressive Reaktion gemischt, also sowohl Angst als auch depressive
Krankheitszeichen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind, dass man eine konkrete Angststörung oder eindeutige
Depression ableiten könnte
•    die Beeinträchtigung von anderen Gefühlen, was vielerlei bedeuten kann wie Besorg-nis, Anspannung, Ärger oder im
Kindesalter die erwähnten regressiven Symptome
•    die Störung des Sozialverhaltens, also vor allem mit dissozialen (asozialen) Verhal-tensweisen und aggressiven
Durchbrüchen
•    die gemischte Störung von Gefühlen und Sozialverhalten, also sowohl Gemüts- als auch Sozialstörungen u.a.