Unter Autismus versteht man die Hinwendung in eine subjektive Innenwelt. Es erfolgt die Abwendung von der Außenwelt. Vorkommen z.B.

bei frühkindlicher tiefgreifender Entwicklungsstörung (Kanner-, Aspergerautismus) oder als Symptom der Schizophrenie in Form eines Rückzugs in ein von Eugen Bleuler sogenanntes „Binnenleben“.

Begriff in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Autistische Kinder können zu anderen Personen, auch zu den eigenen Eltern, kaum oder keine Beziehung herstellen. Sie ziehen sich in ihre eigene Welt zurück. Jede Veränderung der Um-welt kann massive Ängste hervorrufen. Sie benutzen Gegenstände in immer gleicher Art und Weise und zeigen Stereotypien (fortwährendes Drehen von Rädern etc.).

Die ICD-10 unterscheidet zwischen frühkindlichem Autismus (F 84.0), atypischen Autismus (F 84.1) und dem Asperger-Syndrom (F 84.5)

Häufigkeit
0,02% – 0,04% der Kinder, Jungen sind 4- bis 9mal häufiger betroffen

Ursache / Ätiologie
Hirnorganische Störungen, familiärer Autismusfaktor (häufig schizoide, intellektualisierende Persönlichkeiten im Umfeld).

Frühkindlicher Autismus (F84.0); Kanner-Syndrom

•    tiefgreifende Entwicklungsstörung, häufig auch Intelligenzminderung
•    Beginn vor dem 3. Lebensjahr, verzögerte Sprachentwicklung
•    verwaschene Sprache, Echolalie, Neolo-gismen und pronominale Umkehr: das Kind bezeichnet sich als „du“ und das Gegenüber als „ich“ – affektarme Sprache ohne Mimik oder Gestik
•    keine Fähigkeit zur Empathie und Beziehungsfähigkeit, stark selbstbezogen: Das autistische Kind scheint durch andere hindurchzublicken, kein Blickkontakt
•    stereotypes Verhalten, ritualisierter Umweltkontakt
•    massive Ängste gegenüber Veränderungen

Asperger-Syndrom (F84.5); Schizoide Störung im Kindesalter

•    wird auch als schizoide Störung des Kindesalters bezeichnet.
•    sehr früh entwickelte Sprache, wandlungsfähig mit großem Wortschatz
•    Defizite im nonverbalen Bereich, praktisch-motorisch ungeschickt
•    erheblich eingeschränkte Bezie-hungsfähigkeit, wenig Interessensfähigkeit neben Spezialinteressen, hu-morlos
•    einseitige Spezialinteressen, wenig kreativ, stereotype Aktivitäten
•    normale bis stark ausgeprägte Intelligenz