Unter Plussymptomatik versteht man in der Psychiatrie produktive Symptome wie z.B. Halluzinationen,

Wahn, Katatonien im Bereich psychotischer Verläufe z.B. bei der paranoid-halluzinatorischen Schizophtrenie.

Beispiele für Plus-Symptomatiken im Rahmen schizophrener Erkrankungen sind: 

•  Denkstörungen: Häufig ist das Denken von Gedankensprüngen, verschachtelten Sät-zen, bizarren Gedanken und auch Sprachzerfall geprägt (formale Denkstörung), unzu-sammenhängende Dinge werden inkohärent kombiniert, Dinge in unzutreffender Weise einer Person zugeschrieben, Unwesentliches als äußerst bedeutungsvoll erlebt meist begleitet von Wahngebilden (inhaltliche Denkstörung), die dem Erkrankten eine letzte innere Orientierung bieten.

•    Wahrnehmungsstörungen: Akustische und dialogische, kommentierende oder impera-tive Stimmen werden nicht selten halluziniert; neben diesen akustischen Halluzinationen können haptische, gelegentlich auch optische, gustatorische und olfaktorische Hal-luzinationen auftreten.

•    Ich-Störungen: Die Grenzen zwischen der eigenen Person und den Anderen verwischen. Der Erkrankte ist sich seines Gefühls und seiner Gedanken als ihm eigenständig zugehörig nicht mehr gewiss; Gedanken und Gefühle wirken von außen entzogen oder ein-gegeben; der Erkrankte fühlt sich von außen bedroht (Fremdbeeinflussungserlebnisse). Zuweilen wird die Umwelt, andere Menschen oder auch der eigene Körper verfremdet oder verzerrt wahrgenommen (Derealisation/-Depersonalisation). Rückzug und Kon-taktstörung sind häufige Folge.

•    Affektive Störungen: Die Erkrankten leiden häufig unter großen Ängsten. Unangemesse-ne gespaltene Affektäußerungen sind zu beobachten (Parathymie). Zu ihnen naheste-henden Personen (Mutter o. Mutterersatz) besteht meist ein deutlich zwiespältiges Ver-hältnis; ihre Gefühle verflachen und verarmen im Laufe der Erkrankung.

•    Psychomotorische Störungen (Katatonien): Es können Negativismen auftreten (der Erkrankte reagiert auf Aufforderungen gegenteilig), aber auch schwere Katatonien wie die flexibilitas cerea (wächserne Biegsamkeit der bizarr festgestellten Gliedmaßen).