Im Rahmen von Krankheitsgeschehen wird es vorkommen, dass der Erkranke durch die Symptomatik soziale Vorteile erhofft

und teilweise auch erhält (z.B.) Krankschreibung, höhere Fürsorge der Umgebung etc.

Dies ist häufig auch ein unbewusster Vorgang, d.h. den Erkrankten ist es nicht deutlich, dass der Sekundärgewinn ein die Erkrankung stabilisierender Aspekt sein kann, da mit der Heilung ja auch dieser Gewinn wegfällt.

Bei der Therapie muss demzufolge der Behandler auch diesen Aspekt der krankheitsverstärkenden Schonhaltung berücksichtigen; das gilt vor allem bei psychischen Erkrankungen.

Bei einer Angststörung z.B. ist der Aktionsradius des Patienten einerseits eingeschränkt (worunter er ja auch leidet) andererseits kann der Patient natürlich mit dieser Erkrankung auch viele unerwünschte soziale Aktionen und Verpflichtungen umgehen ( kann leider nicht mit Dir in Urlaub fahren, Behördengänge ausführen, die erforderliche beruflich Neubewerbung angehen usw.).

Vom sekundären Krankheitsgewinn ist der primäre Krankheitsgewinn zu unterscheiden.