Bei einer phobischen Erkrankung herrscht eine stark ausgeprägte,

an bestimmte Situationen bzw. Objekte gebundene Angstsymptomatik vor.

Lerntheoretisch werden Phobien als primäre Manifestationen der Angst angesehen, analytisch werden sexuelle Konflikte als Hintergrund angenommen.

Folgende Erscheinungsformen werden unterschieden:

Spezifische Phobien
Diese Störungen sind durch die Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen gekennzeichnet. Häufige Formen sind etwa Tierphobien oder Höhen- bzw. Flugangst.

Agoraphobie / Klaustrophobie
In der ICD wird die Agoraphobie weit gefasst: angstauslösend sind der Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen oder in Menschenmengen, das Verlassen des Hauses, das Betreten von Geschäften oder das Reisen mit Bahn oder Flugzeug, allein oder weit weg von zu Hause – das Fehlen eines sofort nutzbaren „Fluchtweges“ ist eines der Schlüsselsymptome vieler dieser agoraphobischen Situationen. Infolge seiner Befürchtungen z.B. vor plötzlichem Schwindel, Ohnmacht oder Herzbeschwerden meidet der Patient die angst-auslösenden Situationen, mit zunehmender Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit. Die Klaustrophobie bezeichnet dagegen die spezifische Angst vor geschlossenen Räumen wie etwa die Angst vor Fahrstühlen.

Soziale Phobie

Die Betroffenen entwickeln eine große Angst vor Situationen, in denen sie im Mittel-punkt der Aufmerksamkeit stehen. Typische Situationen sind: Halten eines Vortrags vor Publikum oder die Teilnahme an einer Hochzeitsfeier. Die soziale Phobie tritt häufig in Verbindung mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik auf. Die betroffene Person erkennt, dass die Angst übertrieben und unvernünftig ist, kann sich aber nicht dagegen wehren. Typische Symptome sind Erröten, Vermeidung von Blickkontakt, Händezittern, Übelkeit und Harndrang.