Der Heilpraktiker Psychotherapie darf keine Psychopaharmaka verordnen; nur Ärzte sind dazu berechetigt.

Trotzdem ist es für den Heilpraktiker Psychotherapie wichtig, eine gewisses Basiswissen über die Indikation und die Nebenwirkungen von Psychopharmaka zu haben. Dieses Wissen wird auch in der Prüfung beim Amtsarzt abgefragt.

Eine einfache Unterteilung der Psychophanrmaka ist wie folgt möglich:

  • Sedativa
  • Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Phasenprophylatika

Generell kann gesagt werden: Alle Psychopaharmaka sind (wenn möglich) einschleichend zu nehmen bzw. ausschleichend abzusetzen).

Zu Sedativa/Benzodiazepinen:

Wirkung:
•    spannungs-, angstlösend
•    muskelrelaxierend
•    antikonvulsiv / antiepileptisch

Formen:

•    Benzodiazepine
•    niedrigpotente Neuroleptika
•    pflanzliche Sedativa
•    Betarezeptorenblocker

Handelsnamen:

•    Diazepam
•    Valium
•    Librium
•    Tranxilium
•    Tavor

Nebenwirkungen:
•    Müdigkeit, Schläfrigkeit
•    Verlangsamung
•    Suchtgefahr
•    Kreuztoleranz mit Alkohol
•    eingeschränkte Fahrtüchtigkeit

Indikation:
•    Angst- und Spannungszustände
•    Horrortrip
•    Flashbacks
•    Einschlaf-, Durchschlafstörungen
•    psychosomatische Beschwerden
•    psychovegetative Störungen
•    nur kurzfristig, z.B. Notfallmedizin

Kontraindikation:
•    Schwangerschaft
•    schwere Leber- und Nierenschäden
•    akute Intoxikation
•    Suchtanamnese
•    Schlafapnoesyndrom

Zu Antidepressiva:

Wirkung:
•    stimmungsaufhellend
•    antriebssteigernd
•    anxiolytisch
•    Konzentrationserhöhung von Serotonin / Noradrenalin im synaptischen Spalt

Formen:

•    Imipramintyp
•    Desipramintyp (cave!)
•    Amitriptylintyp
•    MAO-Hemmer
•    SSRI / SNRI

Handelsnamen:

•    Tofranil (Imi)
•    Pertofran (Desi)
•    Laroxyl, Saroten (Ami)
•    Parnate (MAO)
•    Citalopram (SSRI)
•    Trevilor (SNRI)

Nebenwirkungen:

•    Mundtrockenheit
•    Schwitzen
•    Obstipation
•    Mydriasis
•    Tachykardie
•    Hypotonie, Schwindel
•    Tremor
•    Unruhe
•    Delir, Krampfanfälle
•    Gewichtszunahme
•    suizidale Aktivierung
•    Fahruntüchtigkeit in der ersten Behandlungsphase

Indikation:

•    depressive Episode
•    Dysthymia
•    schizophrenes Residuum
•    Angst- und Panikerkrankung
•    Zwangsstörung
•    Ess-Störung
•    chronischer Schmerz

Kontraindikation:

•    Schwangerschaft
•    schwere Herzerkrankungen
•    akute Intoxikationen
•    Delirien
•    best. Epilepsieformen
•    Harnverhalten
•    Akutes Glaukom

Zu Neuroleptika:

Wirkung:
•    antipsychotisch
•    dämpfend, sedierend
•    psychomotorisch stabilisierend
•    Blockierung der Dopaminrezeptoren

Formen
:
•    niedrigpotent
•    mittelpotent
•    hochpotent

Handelsnamen:

•    Atosil, Melleril
•    Leponex
•    Dogmatil
•    Haldol
•    Clozepin

Nebenwirkungen:

•    Frühdyskinesien
•    Parkinsonoid
•    Akathisie, Tasikinese
•    Spätdyskinesien
•    Hypotonie
•    Obstipation
•    Arhythmie
•    Mundtrockenheit, Karies
•    Blasenentleerungsstörung
•    Akkomodationsstörungen
•    Glaukomanfälle
•    Müdigkeit
•    Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt
•    depress. Verstimmung
•    Krampfanfälle
•    Delirien
•    Gewichtszunahme
•    selten: malignes (bösartiges) neuroleptisches Snydrom – hohes Fieber, Lebensgefahr

Indikation:
•    Akute und chron. psychotische Symptome (Wahn, Sinnestäuschungen, Denkstörungen)
•    psychomotorische Symptome, wie etwa dauernder Würgereiz

Kontraindikation:

•    Anfallsleiden
•    Morbus Parkinson
•    schwere Leberfunktionsstörungen
•    Hämatologische Grunderkrankungen
•    Kombination mit Barbituraten, Alkohol, Opiaten

Zu Phasenprophylaktika

a) Lithium (Behandlungsdauer mindestens 4 Jahre):

Wirkung:
•    stimmungsstabilisierend
•    Rezidivprophylaxe

Nebenwirkungen:

•    Durst
•    Durchfall
•    Müdigkeit
•    Schwindelgefühl
•    Verwirrtheit
•    Tremor
•    Kropfbildung
•    Gewichtszunahme
•    Übelkeit
•    Konzentrations-, Gedächtnisstörungen
•    Vergiftung durch vermehrte Ausscheidung bzw. Austrocknung
•    Intoxikation, d.h. Senkung der Krampfschwelle, Kochsalzmangel, Dehydration

Indikation:

•    akute manische Phase
•    bipolare Psychose
•    unipolare Depression

Kontraindikation:

•    1. Schwangerschaftsdrittel
•    Herz-Kreislauf-Erkrankungen
•    Nierenfunktionsstörungen

b) Carbamazepin

Wirkung:
•    antiepileptisch
•    Rezidivprophylaxe
•    Steigerung der GABA-Aktivität

Nebenwirkungen:

•    Mundtrockenheit
•    Übelkeit
•    Durchfall
•    Schwindel
•    Ataxie
•    Müdigkeit
•    Doppelbilder
•    Kopfschmerzen
•    Herzrhythmusstörungen
•    Hypotonie
•    Blutspiegelkontrollen

Indikation:

•    speziell bei Kontraindikationen oder Unwirksamkeit von Lithium
•    Rapid Cycler
•    Schizoaffektivem Verlauf

Kontraindikation:

•    Überempfindlichkeit gegenüber Antidepressiva
•    schwere Leberfunktionsstörung
•    keine Kombination mit MAO-Hemmern