Bei dem Störungsbild der somatoformen Störungen bestehen über Jahre körperliche Beschwerden ohne Symbolcharakter, ohne Organbefund.

Epidemiologie/Häufigkeit
„Problempatienten“ des Allgemeinarztes mit Vielzahl von Diagnosen leiden häufig an somatoformen Störungen. Die Lebenszeitprävalenz wird auf 4% geschätzt. Während bei der Somatisierungsstörung Frauen häufiger als Männer betroffen scheinen, sind bei den übrigen Störungen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern auszumachen.

Symptome
Trotz ärztlicher Versicherung, dass die Beschwerdebilder nicht körperlich begründbar sind, bestehen die Patienten auf weiteren medizinischen Untersuchungen. Die oft diffus erschei-nenden Symptome können alle Organsysteme betreffen, aber auch wechselnde und schillernde Bilder geben. Häufig sind die Symptome begleitet von aufmerksamkeitssuchendem Verhalten der Patienten. Meist treten  zusätzlich deutliche Angst und Depression auf, nicht selten liegt Missbrauch/Abhängigkeit von Tranquilizern und Schmerzmitteln vor.

In der ICD 10 werden folgende Unterscheidungen getroffen:

•    Somatisierungsstörung (F 45.0) – chronische multiple Körpersymptome z. B. Magen-schmerzen, Übelkeit, Jucken, Taubheitsgefühl, menstruelle und sexuelle Störungen;  mindestens zwei Jahre andauernd, soziale/familiäre Einschränkungen; hartnäckige Weigerung, fehlende körperliche Erkrankung anzuerkennen.

•    undifferenzierte Somatisierungsstörung (F 45.1) – abgeschwächte Somatisierungsstörung, so etwa auch allgemein muskuläre Schwäche ohne somatischen Grund.

•    hypochondrische Störung (F 45.2)  – übermäßige Angst, an einer Krankheit zu leiden.

•    somatoforme autonome Funktionsstörungen (F 45.3)  – Funktionen betreffend, die vom vegetativen Nervensystem (vegetativ kontrolliert und innerviert) gesteuert sind z.B. Herzklopfen, Schwitzen, Zittern, Erröten, Husten, Durchfall.

•    anhaltende somatoforme Schmerzstörungen (F 45.4) – quälender Schmerz, der in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auftritt.