Nach der bestandenen schriftlichen Prüfung folgt je nach Gesundheitsamt in den Folgewochen (bis max. 3 Monate danach) eine mündliche Prüfung durch dem Amtsarzt des Gesundheitsamtes.

Um sattelfest zu sein, ist es ratsam, im Rahmen der Prüfungsvorbereitung viele mündliche Prüfungsprotokolle durchgearbeitet zu haben. Je nach Prüfungsamt gibt es bestimmte Vorlieben und Kernthemen der Prüfer. Weitere Unterstützung bietet unsere Heilpraktikerschule in Prüfungsvorbereitungskursen sowie Einzel-Prüfungscoaching an.

Mündliche Prüfungsprotokolle Gesundheitsämter aus vergangenen Prüfungen

Beispiel 1:
-Zuerst Frage nach meinem Werdegang bezüglich des HPPs. Welche Psychotherapiemethode möchten Sie in Ihrer Praxis anwenden? (kognitive Verhaltenstherapie und Gesprächstherapie! Kam gut an!)

-Worum geht es in der Dreiteilung der psych. Erkrankungen? Außer dem Triadischen System wollte er dann noch die zugehörigen Krankheitsformenkreise wissen.

-Unterscheidung Neurose, Psychose. Was darf ich behandeln?

-Nennen Sie mir mögliche Verdrängungsmechanismen.

– Haben sie schon mal einen Suizid-Patienten in Ihrer Praxis gehabt? Wie agieren Sie?“

Fallstudie: Ein 41jähriger Mann kommt in unsere Praxis, 1,82 cm groß, 115 kg schwer, ledig, hatte mit 40 einen Herzinfarkt. Er sagt, er trinke jeden Abend eine Flasche Wein und mehrere Whiskey. Trotzdem habe er Schlafstörungen. Er stände beruflich sehr unter Stress. Er ist Disponent. Er müsse immer grübeln und hätte Angst um seinen Job. Beim Arzt wäre er bezüglich des Infarkts medikamentös eingestellt. Der hätte ihm geraten, sich in Psychotherapie zu begeben. Wie gehen Sie die Therapie an? Was halten Sie für eine sinnvolle Vorgehensweise.

Sie wollten konkrete Schritte wissen, warteten auf die Sucht/Abhängigkeit, auf depressive Elemente und besonders auf das Therapieziel hinsichtlich der Angstbewältigung (Verhaltenstherapie, insbes. Rollenspiele!).

Fallbeispiel: Polizeibeamter erlebt Schusswechsel, sein Kollege verstirbt . Was könnte sich bei diesem Menschen entwickeln?
Gefragt war Posttraumatische Belastungsstörung mit Symptomen und ob der Heilpraktiker sowas behandeln würde. = Nein, nur mit spezieller Traumatherapie-Ausbildung
 
Fallbeispiel:
Patient schildert Ihnen, das um ihn herum alles so seltsam ist, und daß sein Nachbar ihn ständig beobachtet. Was vermuten Sie? Verfolgungswahn-Psychose- ab zum Psychiater war die gern gehörte Antwort.

Beispiel 2:
Schildern Sie mir welche Patienten sie bisher behandelt haben, welche psychischen Krankheiten waren vorwiegend vertreten. Waren auch Patienten mit Psychosen bei Ihnen? Wo haben Sie Ihre Ausbildung absolviert und wo haben Sie die Kenntnisse erlernt, die Sie dabei anwenden? Können Sie mir sagen, was Sie genau unter Neurosen zu verstehen ist? Erklären Sie mir was Psychosen sind?

1. Fallbeispiel:
Ein Angestellter wird von seinem Vorgesetzten dazu gedrängt eine Behandlung seiner Alkoholerkrankung zu unternehmen. Da er deswegen keine gute Arbeitsleistung mehr erbringt und sein Alkoholproblem für die Kollegen offenkundig wurde. Er selbst leugnet dies aber hartnäckig. Der Vorgesetzte droht aber mit Entlassung, wenn er keine Behandlung beginnt. Er kommt in Ihre Praxis, wie gehen Sie mit diesem Patienten vor, welche Behandlung werden Sie mit ihm beginnen?

Antwort:
Ich gehe supportiv vor, denn der Patient bringt von selbst keine Therapiemotivation mit, sondern wird von seinem Vorgesetzten genötigt. Ich versuche erst herauszufinden, wie weit der Patient verdrängt und sein Alkoholproblem akzeptieren kann.

Frage:
Wie lange machen Sie das?

Antwort:
Ich warte nicht all zulange damit, sein Alkoholproblem direkt anzusprechen. Dabei gehe ich weiterhin supportiv vor, um ihn zu einer konstruktiven Mitarbeit zu bewegen.. Ich ermutige ihn auch eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, um damit leichter mit den täglichen Schwierigkeiten fertig zu werden. Alkoholprobleme vertiefen sich, wenn keine adäquate Hilfe kommt. Somatische Krankheiten sind die Folgen.

2. Fallbeispiel:
Ein Patient von Ihnen, äußert ganz konkret, dass er sich umbringen will, was tun sie?

Antwort:
Ich gebe ihm Gelegenheit sich auszusprechen, dabei gehe ich empathisch und supportiv vor, damit der Patient sich entlasten kann. Danach bitte ich ihn mich mit seinen engsten Bezugspersonen Kontakt aufnehmen zu lassen, damit sie davon erfahren, dass er in Not ist und ihre Hilfe benötigt. Ich werde persönlich mit den genannten Personen sprechen und sie bitten in die Praxis zu kommen. Ich versuche ein Netzwerk aufzubauen.

Frage:
Was machen Sie, wenn er auf seinen Selbstmordabsichten beharrt und keine Bezugspersonen nennen will?

Antwort:
Dann werde ich mich an das Ordnungsamt, zwecks einer Zwangseinweisung, zum Schutze des Patienten.

Frage:
Was machen Sie, wenn das Ordnungsamt nicht mehr erreichbar ist, an wen wenden Sie sich dann?

Antwort:. Richtig ist die Polizei, in solchen Fällen.

Beispiel 3:
1.    Frage:
Wie war der bisherige Werdegang bezogen auf Psychotherapie bzw. welche Erfahrungen man hat und warum ich diesen Weg einschlage und welche Therapien ich in der Praxis anbieten möchte?

Da hat mir die mündliche Simulationsvorbereitung sehr geholfen um für mich den Faden zu behalten. Ich habe es auch immer wieder geübt, dass es fließend rüber kommt. Das war klasse, weil es mir den Einstieg erleichtert hat

2.     Frage:
Worum geht es in der Dreiteilung psychischer Erkrankungen (Triadisches System) ?

Da war ich sehr ausführlich und habe auch die Unterscheidungen zu ICD-10 und DSM 4 aufgeführt.

Was dürfen Sie behandeln? Hatte ich schon abgehakt mit der oberen Frage nur kurz erläutert dass ich erstmals nur die Anpassungsstörungen behandeln werde.

Fall 1:    Eine 19-jährige arbeitet in einem kleinen Unternehmen, sie würde  vor einem Jahr von Ihrem Freund verlassen. Auf der Arbeit ist Sie sehr unkonzentriert und fällt wg. ihrem Gewicht sehr auf. Sie hat am Anfang nur ein wenig abgenommen aber sie ernährt sich jetzt nur noch von Wasser und einem Jogurt am Tag. Ihr Arbeitgeber macht sich große Sorgen und hat sie zu Ihnen geschickt.
    
Wie gehen Sie praktisch mit dieser Patientin um?

DD angewendet das hat mich sicher gemacht in meinem vorgehen. Sie haben zwar genickt aber Sie wollten noch praktische Anwendungen wissen.

Die Symptome der Anorexie sollte ich nennen und die körperlichen Risiken sowie die Behandlungsmöglichkeiten.

Prüfer: man kann die Pat. wiegen .

Worauf ich geantwortet habe das ich dass leider nicht wusste, da ich davon ausgegangen bin, dass es zu körperlicher Untersuchung gehört.

Da waren Sie wirklich ganz toll Sie haben mir dann erklärt das man auch eine Vereinbarung mit einer Pat. treffen kann, dass Sie sich bei jedem Termin in der Praxis wiegen kann. Ich habe die Informationen dankend aufgenommen.

Da ich bei der DD einige Erkrankungen ausgeschlossen habe, wollten Sie auch die Symptome einer Anpassungs- und einer Posttraumatische Belastungsstörung wissen, sowie die Behandlungsmöglichkeiten.

Fall 2: Ein Pat. kommt zu Ihnen in die Praxis und sagt Ihnen das er sich   dass Leben nehmen möchte. Was tun Sie.

1.    Guten Kontakt herstellen, dass der Pat sich aufgenommen fühlt, empathisch sein und vor allem seine Probleme Ernstnehmen nicht abwerten.
2.    Das äußere Erscheinungsbild beobachten und vor allem auch was der Pat. mitteilt.
3.    Psychopathologische Phänomene
4.    die Kriterien von Ringel und die Phasen von Pöldinger zu Hilfe nehmen.
5.    Fragen nach Suizid
6.    Fragen ob der Pat. in einer Partnerschaft lebt oder alleine
7.    Fragen nach sozialem/beruflichem Umfeld (Eltern, Geschwister, Freundschaften usw. )

Diese Fragen sind wichtig, um heraus zu finden, wie verwurzelt dieser Mensch ist, und ob er Unterstützung erfährt von seinen Mitmenschen, und ob er Beziehungen hat oder isoliert lebt und wie er seine Beziehungen gestaltet.

Der Pat. ist Suizidgefährdet!
Dem Pat. Hoffnung geben das es Behandelbar ist.
Den Pat. Aufklären über die Stationäre Behandlung (Med. usw.).
Den Pat. ermutigen sich freiwillig Einweisen zu lassen in die Psychiatrie.

Prüfer: Nein er will sich nicht einweisen lassen, was tun Sie?

Ich kläre den Pat. über meine Sorgfaltspflicht auf und das ich zu seinem eignen Schutz ihn einweisen lassen muss durch die Ordnungsbehörde entsprechend der Maßgaben § 10 = sofortige Ingewahrsamnahme durch die Polizei – Prüfung bestanden.

Weitere Beispiele Mündliche Prüfungsprotokolle Gesundheitsämter finden Sie unter mündliche Prüfungsprotokolle 1 und mündliche Prüfungsprotokolle 2.